40 Ohne Liebe geht es nicht Hercules

Venus ist es leid, die Göttin der Liebe zu sein, und beschließt daher, ihren Beruf zu wechseln, was dazu fĂŒhrt, dass Frauen ohne Liebe MĂ€nner nun feindselig behandeln. Unterdessen wird der Feuergott Vulcanus, der unter seiner Einsamkeit leidet, die er selbst auf sein wenig attraktives Aussehen zurĂŒckfĂŒhrt, von seinem Diener Iago ĂŒberzeugt, eine Frau namens Leandra zu heiraten, die ihn bereits in der Vergangenheit abgelehnt hatte. Das Ergebnis ist, dass Vulcanus sowohl Leandra als auch das gesamte Dorf, in dem sie lebte, zusammen mit den anderen BĂŒrgern, nĂ€mlich das Dorf Syllabus, verschwinden lĂ€sst. Iago behauptet, dass Leandra nun wahrscheinlich seinen Heiratsantrag annehmen wĂŒrde, zumal Vulcanus sie nie zur Heirat zwingen wollte. Vulcanus lĂ€sst Syllabus und seine Bewohner, darunter auch Leandra, wieder erscheinen, woraufhin Iago die BĂŒrger von Syllabus dazu zwingt, Leandra Vulcanus zur Frau zu geben, und ihnen erklĂ€rt, dass dieser das Dorf vor fĂŒnfzig Jahren zusammen mit ihnen allen verschwinden ließ, ohne dass die Bewohner von Syllabus das Vergehen der Zeit bemerkt hĂ€tten. Iago und seine MĂ€nner nehmen Leandra gefangen, doch sie wird von Iolao gerettet. Um sein Versagen gegenĂŒber Vulcanus zu rechtfertigen, lĂ€sst Iago ihn glauben, dass eine ganze Bande von RĂ€ubern ihn daran gehindert habe, Leandra zu ihm zu bringen. Leandra ist besorgt ĂŒber das Verschwinden ihres Sohnes, der noch ein Kind ist. Sie ist Witwe, seit ihr Mann in einer Schlacht gefallen ist, derselben Schlacht, in der auch Iolaos Großvater ums Leben kam. Sie glaubt,  ...

Nr.
(ges.)
40
Deutscher TitelOhne Liebe geht es nicht
SerieHercules
Staffel Staffel 3
Nr.
(St.)
3
Original­titelLove Takes a Holiday
RegieCharlie Haskell
DrehbuchNoreen Tobin & Gene F. O’Neill
Erstaus­strahlung USA14. Okt. 1996
Deutsch­sprachige Erstaus­strahlung (D)9. Nov. 1997

 


In einer Fantasy-Version des alten Griechenlands durchleben Hercules, der Sohn des Göttervaters Zeus, und sein bester Freund Iolaus zahlreiche Abenteuer. HĂ€ufig stoßen sie auf Ungerechtigkeiten und Konflikte, die es zu lösen gilt, wobei Hercules neben seinen ĂŒbermenschlichen KörperkrĂ€ften auch auf seine Geduld und Klugheit setzt. Immer wieder werden sie jedoch auch von Hercules’ eifersĂŒchtiger Stiefmutter Hera heimgesucht, die all ihren Zorn ĂŒber die Untreue ihres Gatten gegen dessen Sohn entlĂ€dt. SpĂ€ter wird der Kriegsgott und Halbbruder Ares zum Hauptgegner.

HerculesKevin Sorbo
IolaosMichael Hurst
ZeusAnthony Quinn, Peter Vere-Jones, Charles Keating
AresKevin Smith
HeraComputeranimation, spÀter durch Meg Foster verkörpert
AphroditeAlexandra Tydings
DiscordiaMeighan Desmond
StrifusJoel Tobeck
AlkmeneLiddy Holloway
DeianiraTawny Kitaen
JasonJeffrey Thomas
NemesisKaren Witter
NebulaGina Torres, Halbschwester von Gilgamesch
SalmoneusRobert Trebor
AutolycusBruce Campbell
MorriganTamara Gorski
FalafelPaul Norell
XenaLucy Lawless

Die Handlung spielt zwar in Griechenland, der Held trĂ€gt jedoch den römischen Namen Hercules (bzw. Herkules) und nicht den griechischen Namen Herakles. Auch bei anderen Figuren, die dem griechisch-römischen Pantheon entnommen sind, wird teils der lateinische, teils der griechische Name verwendet. So entspricht der römischen Discordia in der griechischen Mythologie die Göttin Eris, der römischen Fortuna steht die griechische Tychē gegenĂŒber, dennoch treten in der Serie Discordia und Fortuna auf. Auch die Namen Autolycus, Sisyphus etc. sind die latinisierten Formen von Autolykos bzw. Sisyphos, wie ĂŒberhaupt zahlreiche Namen lateinischer Form vorkommen (etwa Celesta, Voluptua, Atticus). Allerdings ist es im englischen Sprachraum allgemein ĂŒblich, altgriechische Namen in latinisierter Form wiederzugeben – vergleichbar der Tatsache, dass auch im Deutschen bei der „schönen Helena“ die lateinische Form benutzt wird und nicht die altgriechische Namensform HelĂ©nē. (DarĂŒber hinaus relativiert sich diese scheinbare Inkonsequenz durch das Vorkommen gĂ€nzlich nichtantiker Namen wie Derk, Obie oder Goth.) Die Serie beschreibt Hercules als einen intelligenten, feinsinnigen Mann, der es meist vorzieht, ein Problem friedlich und mit SchlĂ€ue zu lösen. Dies entspricht nur bedingt dem Herakles der griechischen Sage. Auch wendet sich Hercules im Laufe der Serie mehrmals gegen die Sitte des Opferns, da die Götter seiner Meinung nach „nur an sich selbst denken“. Die in der Serie gleichsam zum Leitmotiv gewordene Hilfsbereitschaft des Helden kann sich jedoch teilweise durch die antiken ErzĂ€hlungen rechtfertigen lassen. Auch der gutmĂŒtige Charakter des Serienhelden bildet sich in den Mythen ab (z. B. Ovid, Met. IX). Wie in der antiken Mythologie, so ist es auch hier zumeist Hera, die, direkt oder indirekt, einen kĂ€mpfenden Hercules heraufbeschwört, wĂ€hrend der antike Herakles selbst sein Leben lang nach Ruhe strebte und sein beschauliches Familienleben nur durch Heras Wirken zerstört wurde. Die verwendeten Stoffe und Figuren sind nur teilweise der griechisch-römischen Mythologie entnommen und treten manchmal durcheinandergewĂŒrfelt auf. So ist etwa Kassandra zwar auch in der Serie eine Seherin, deren Prophezeiungen kein Glaube geschenkt wird, doch lebt sie hier auf Atlantis, und nicht wie die mythologische Figur in Troja. DeĂŻaneira war auch im Mythos die Gemahlin des Herakles, doch wurde sie nicht wie in der Serie direkt von Hera getötet, sondern brachte sich selbst um. Herakles tötete im Wahn, welcher durch Heras Drogen verursacht wurde, seine erste Ehefrau Megara. Dieses Geschehen wird in die Serie wiederum durch die – mythologisch nicht belegte – Geschichte mit Serena integriert, die Hercules ebenfalls im Wahn tötete. Im Übrigen geht aus der Serie nicht hervor, dass DeĂŻaneira die Tochter des Oineus ist. Auch der berĂŒhmte Apfel der Zwietracht gelangt ĂŒber einen neu erfundenen Weg in die Serie. WĂ€hrend im Mythos Eris den „fĂŒr die schönste“ bestimmten Apfel ins Spiel bringt, um Zwietracht unter den Göttinnen zu schĂŒren, ist es in der Serie Aphrodite, die Iolaus den Apfel gibt, um von ihm zur schönsten Göttin gewĂ€hlt zu werden. Typhon ist in der griechischen Mythologie ein schreckliches Ungeheuer und kein tollpatschiger und gutmĂŒtiger Riese wie in der Serie. Vollkommen von der griechischen Mythologie gelöst sind freilich die Abenteuer in Irland oder die Begegnung mit Caesar oder mit Vampiren. Einen Anachronismus bildet wohl auch der Verweis des Iolaus, sein Vater habe im Punischen Krieg gekĂ€mpft, zudem kann diese Information chronologisch nicht mit Caesars Invasion in Britannien vertrĂ€glich gemacht werden. Genauso sind die aus dem christlichen Kontext ĂŒbernommenen Motive der apokalyptischen Reiter bzw. des Weihnachtsgeschehens moderne kĂŒnstlerische Synkretismen und nicht mit dem griechisch-römischen Mythos vereinbar. Auch auf die fĂŒr Herakles typischen Insignien wie das Fell des KithĂ€ronischen und NemĂ«ischen Löwen sowie die legendĂ€re Keule wurde verzichtet. Des Weiteren bleibt in der Serie unerwĂ€hnt, dass Iolaus der Mythologie zufolge eigentlich der Neffe von Herakles war.

 

Die Serie nahm sich trotz vieler ernsthafter Themen selbst nie ganz ernst. Zwar war der Triumph des Guten ĂŒber das Böse immer Grundkonzept der Handlung, dennoch ging der Stil der Inszenierung stets in Richtung Comedy und Trash. Dies begann bei den alles andere als zeitgenössischen KostĂŒmen, die teilweise eher der SM-Szene entlehnt wirkten, ĂŒber das absichtliche Overacting der Schauspieler bis hin zu den immer wieder eingestreuten, anachronistischen EinfĂ€llen (z. B. Hercules mit E-Gitarre und Iolaus als Bruce Lee).

 

Der Text ist unter der Lizenz „Creative-Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“ verfĂŒgbar;       https://de.wikipedia.org/wiki/Hercules_(Fernsehserie)    https://en.wikipedia.org/wiki/Hercules:_The_Legendary_Journeys  https://it.wikipedia.org/wiki/Episodi_di_Hercules_(prima_stagione)
Bild  Von Seanpanderson - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

 

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